Hydraulik berechnen
Auf dieser Seite werden die grundsätzlichen Funktionen zum Thema Hydraulik berechnen sowie einige Besonderheiten beim Einsatz eines Pufferspeichers in Heizungssystemen erläutert auf Basis des Anschlussschemas
Die hier dargestellten Simulationen sind einfach zu bedienen. Bewegen Sie die Schieber entsprechend und sehen Sie sofort die Ergebnisse.
Volumenstrom berechnen
Volumenstrom richtig berechnen – einfach per Schieberegler
Grundlage der Berechnung
Der erforderliche Volumenstrom ergibt sich aus:
der zu übertragenden Leistung (kW)
der Temperaturspreizung (ΔT in K)
👉 Beide Werte werden bequem über Schieberegler eingestellt.
Praxisbeispiel 🔥
Pelletkessel: 40 kW
Rücklaufanhebung: 65 °C
Vorlauf: 85 °C
➡️ Temperaturspreizung:
85 °C – 65 °C = 20 K
Die Schieber werden entsprechend gesetzt – der Rechner ermittelt automatisch den notwendigen Volumenstrom.
Wichtig bei Pufferspeichern ⚠️
Speist der Kessel direkt in einen Pufferspeicher, gilt:
Fließgeschwindigkeit ≈ 0,1 m/s
Ziel: keine Durchmischung von Warm- und Kaltwasser
Ergebnis: saubere Temperaturschichtung im Puffer
Auch dieser Wert wird über einen Regler eingestellt.
Ausgabe des Rechners 📐
Der Rechner liefert:
✅ erforderlichen Volumenstrom
✅ empfohlenen Rohrinnendurchmesser💡 Kurz gesagt:
Mit wenigen Reglern zum hydraulisch sauberen Anschluss – leistungsangepasst, schichtungsfreundlich und praxisgerecht.
Rohrdurchmesser berechnen
Zusammenhang von Temperatur und Dichte
Warmes Wasser steigt nach oben. Das ist allgemein bekannt.
Die Begründung liegt an der geringeren Dichte des warmen Wassers.
Welche Bedeutung hat das für die Temperaturschichtung in einem Pufferspeicher?
Ausreichend heisses Wasser im oberen Teils des Puffers hat 2 Vorteile:
1.) Bei der Entladung nach dem 2-Zonen-Systemkonzept wird nur wenig Wasser zum Beimischen benötigt. Die Warmwasserentnahme steht länger zur Verfügung.
2.) Nach dem Laden mit durchgängig heissem Wasser steht mehr nutzbare Energie für die Entladung bereit.
Kernaussage vorweg
Je höher die Pufferladetemperatur, desto größer der nutzbare Energiespeicher –
und desto seltener taktet der Kessel.
Grundprinzip Pufferspeicher
Ziel ist eine Pufferladetemperatur von ca. 85 °C
Das sorgt für
✅ stabile Temperaturschichtung
✅ maximale nutzbare Speicherkapazität
✅ lange Laufzeiten des Wärmeerzeugers
Wärmepumpe und Solarthermie können dabei sinnvoll eingebunden werden – entsprechende Verfahren sind separat beschrieben.
Faustregel Energieinhalt
1 Liter Wasser × 1 Kelvin Temperaturhub ≈ 1 Wh Energie
Beispiel: 1000-Liter-Pufferspeicher
❌ Niedrige Ladetemperatur: 60 °C
Rücklauf: 40 °C → Ladung auf 60 °C
Temperaturhub: 20 K
Nutzbares Volumen: 800 l
👉 Energieinhalt:
800 l × 20 K = 16 kWh
Folge im Winterbetrieb:
Heizkreis entnimmt: 10 kW
Energie reicht für: 1,6 Stunden
Lade-/Entladezyklus: ca. 2 Stunden
Kesseltaktung: ca. 12 Starts pro Tag
✅ Hohe Ladetemperatur: 85 °C
Rücklauf: 40 °C → Ladung auf 85 °C
Temperaturhub: 45 K
Nutzbares Volumen: 800 l
👉 Energieinhalt:
800 l × 45 K = 36 kWh
Folge im Winterbetrieb:
Während des Ladens werden bereits 10 kW abgenommen
18 kW-Kessel lädt netto nur 8 kW
Kessel läuft 4,5 Stunden am Stück
Danach stehen 36 kWh zur Verfügung
Entladezeit: 3,5 Stunden
Lade-/Entladezyklus: ca. 8 Stunden
Kesseltaktung: nur 3 Starts pro Tag
🎯 Fazit (plakativ)
| Pufferladung | Energieinhalt | Taktungen/Tag |
|---|---|---|
| 60 °C | 16 kWh | ❌ ca. 12 |
| 85 °C | 36 kWh | ✅ ca. 3 |
🧠 Merksatz
Nicht der Pufferspeicher ist zu klein –
sondern oft die Ladetemperatur zu niedrig.